Britta unterwegs

Abenteuer, kleine und große, für mich

7. April  2:30 Uhr

Dreißig Minuten vor Abfahrt der Fähre.

Bis hierher habe ich es geschafft. Ob das Abenteuer weitergeht wird sich in ca. 30 Stunden zeigen, nämlich dann, wenn mich die finnischen Grenzer reinlassen in ihr Land.

Ich habe lange nicht geschrieben. Das hat auch was mit der Corona-Zeit zu tun. Vieles ist sehr anstrengend, unerfreulich, schwierig aber es ist auch viel in Bewegung.

Trotzdem oder gerade deswegen, bin ich jetzt doch unterwegs nach Finnland. Noch einmal ein Abenteuer. Ich habe lange überlegt, ob es gut und richtig ist. Ich werde es erst danach wissen.

Mit P. war ich Anfang März auf der Insel Poel. Die vier Tage waren so erholsam und wunderschön, dass ich dachte, ich wäre doch blöd, wenn ich dieses Geschenk mit Finnland nicht versuche zu nutzen.

Und jetzt, habe ich die erste Hürde geschafft und das war schon aufregend.

Ich wollte halb zehn losfahren, da ich im Internet gelesen hatte, dass der Check in 60 Minuten vorher beginnt. Klar, dachte ich, haben sie geändert, fahren ja auch nicht so viele. Als ich los wollte, war das Auto vereist. Wintereinbruch. Erstmal kratzen und dann los. Bei den letzten 1,5 Stunden von rund 3, kam ich mir wirklich wie in einer Pandemie vor. Kein Auto, ich war ganz allein auf der stockdunklen Autobahn. Immer die Angst, es nicht zu finden. Ich bin noch nie allein mit dem Auto auf eine Fähre gefahren.

Dann kam ich an, ziemlich pünktlich, nach meiner Rechnung. Aber ich fand den Check In für Helsinki nicht, also nahm ich das Ticket, um nochmal zu schauen, ob da eine genauere Position steht und lese…CheckIn schließt gleich. Und ich keine Ahnung wohin.

Aber da gab es eine Telefonnummer. Es ging auch jemand ran, mitten in der Nacht. Die Dame sagte mir wohin (konnte man durch die LKWs wirklich nicht sehen) und dann war alles ganz einfach. Pass, Corona-Test-Ergebnis und dem Auto vor mir folgen. Ich glaube ich war das letzte Privatauto welches rauffuhr. Ein netter Mann beantwortete mir die ersten Fragen. Der scheint öfter zu fahren. Nun habe ich meine 3er Frauenkabine ganz für mich allein, denn wegen Corona würde das gar nicht gehen und außerdem sind nur 27 PKW an Bord. Alles andere sind LKW.

So, ich war nochmal kurz draußen und die riesige Fähre ist tatsächlich pünktlich drei Uhr ganz langsam losgefahren. Bin gespannt, wie es mir auf dem offenen Meer geht. Ist ja nicht so mein Ding.

Vorhin im Auto kam ich mir echt einsam vor. Hätte am liebsten losgeheult. Jetzt finde ich mich schon wieder mutig und neugierig. Egal, wie alt man ist. Man sollte alles mitnehmen, was das Leben so zu bieten hat. Bin gespannt, wie es weitergeht.

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Neueste Beiträge

Drinnen

Seit gestern ist extrem schlechtes Wetter. Es regnet, stürmt und ist kalt. Es zieht mich wirklich nicht nach draußen, aber nur drinnen zu sein tut mir auch nicht so gut. Deshalb habe ich mir für heute habe noch einen Besuch im Museum vorgenommen. Es ist nur ein paar Schritte von hier entfernt. Vom Kino wollte„Drinnen“ weiterlesen

Es geht mir unglaublich gut

Manchmal bedauere ich schon jetzt, dass die Zeit hier bald zu Ende sein wird. Wenn mir das jemand vorher gesgat hätte…. Ich komme sehr gut mit mir allein klar. Ich habe eigentlich nie das Gefühl mich zu langweilen. Häufiger denke ich, dass ich mit den vielen Büchern, die ich lesen wollte gar nicht weiterkomme, die„Es geht mir unglaublich gut“ weiterlesen

Schon wieder Sonntag

Die Zeit rast. Das hatte ich am Anfang meiner Zeit hier nicht für möglich gehalten. Ich muss sogar gestehen, dass ich am ersten Tag hier die Zahlen rückwärts zählend in meinen Kalender geschrieben hatte. Im Blick zu behalten, wann ich wieder nach Hause fahre, wäre ganz gut, dachte ich damals. Und jetzt habe ich manchmal„Schon wieder Sonntag“ weiterlesen

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10:00 Uhr

Ich habe einen Hund gehört. Also gibt es hier außer den Truckerfahrern noch ein paar Menschen und sogar ein Haustier. Es ist verdammt leer auf der Fähre. Was für eine merkwürdige Situation.

Das Frühstück gab es ab 9.30 Uhr, nach finnischer Zeit. Bin also jetzt schon eine Stunde voraus. Geschlafen habe ich ganz gut. Es ist nur etwas gruselig kein Fenster zu haben und dadurch nicht zu spüren, wann die Sonne aufgeht. Draußen ist aber ruhiges (Gott sei Dank) sonniges Wetter, konnte ich eben beim Frühstück erleben. Es waren in dem großen Saal ca. 20 Personen gleichzeitig. Auf der Treppe sind mir jetzt auch nochmal drei begegnet, also ist schon  verrückt. Ich weiß gar nicht wie viele Menschen sonst so auf eine solche Fähre passen, aber über 500 bestimmt. Auf alle Fälle gibt es lange Gänge mit vielen Kabinen. Die Mitfahrerinnen, die normalerweise mit in dieser kleinen Kabine wären, konnte ich mit meinem Schnarchen nun nicht stören und ich kann aufs Klo oder in die Dusche wann ich will. Auch irgendwie Luxus.

Noch kann ich mir nicht vorstellen etwas zu schreiben, was nicht Tagebuch ist, aber vielleicht ist das ja dort anders. Wenn, ja wenn, wirklich alles klappt. Diese Ungewissheit hindert mich daran das alles hier schon zu genießen.

Manchmal denke ich darüber nach wie verrückt mein Leben ist. Hätte ich nicht den Film in Sibirien gemacht, hätte ich nicht T. kennengelernt, hätte ich nicht den Mut gehabt das Buch zu schreiben, zu Lanz zu gehen usw. Nie hätte ich solch ein Angebot bekommen. Man muss einfach zugreifen wenn es solche Momente im Leben gibt. Auch wenn ich mich einsam und manchmal wirklich verlassen fühle, bin ich dankbar, so etwas erleben zu dürfen.

Ich schnappe mir jetzt ein Buch und setze mich oben irgendwo hin und lese. Hier in der Kabine bekommt man durch das fehlende Tageslicht Depressionen.

8.April  17.00 Uhr

Das ist schon alles sehr aufregend.

Ich bin hier. Es hat geklappt. Das Wetter ist toll, aber ich habe keine Ahnung, was ich hier so lange machen soll. Aber der Reihe nach.

Der Sonnenuntergang auf der Fähre war grandios. Ich saß nach dem Abendbrot irgendwo auf Deck elf und habe gelesen und immer wieder zur sinkenden Sonne geschaut. Es ging mir gut. Wirklich. Ich fand alles schön.

Heute Morgen um acht Uhr Frühstück am Buffet. Es sind ja eigentlich nicht viele Leute an Bord gewesen, aber so wenig nun auch wieder nicht. Ganz pünktlich fuhr die Fähre dann rückwärts in den Hafen ein. Dann durfte man auch so ca. 9.oo Uhr zu den Autos, aber dann passierte nichts. Ich habe mich mit dem Mann unterhalten, der bei der Ankunft schon mein Ratgeber war. Oh, was für ein Typ. Ich habe wirklich viel über ihn erfahren. Aber das ist mir dann hier doch zu öffentlich, um alles wiederzugeben. Es ist schon beeidruckend wie selbstbewußt manche Menschen sind. Ich möchte so nicht sein, aber so ein ganz kleines bisschen wäre manchmal ganz hilfreich.

Nach ca. 45 Minuten fuhren wir von Bord, immer dem Leitfahrzeug hinterher. Dann wurde mein PCR-Test kontrolliert, ob er jünger als 72 Stunden ist usw. Dann kam die Überprüfung meines Reisegrundes. Das Schreiben der Stadt, dass ich eine „Ausnahme“ bin (und kein Tourist) hat den freundlichen jungen Mann überzeugt. Er fragte wo ich hin will und erzählte mir, dass Ekenäs die schwedische Bezeichnung des Ortes Tammisaari sei und ich in den schwedischen Teil Finnlands fahren würde, wo auch fast alle Schwedisch sprechen. Hatte ich bisher gar nicht mitbekommen.

Ja und dann bin ich einfach losgefahren. Mein Maps hat ewig keine Straßen angezeigt, aber ich bin einfach nach Gefühl und nach dem was ich mir von der Karte gemerkt hatte, gefahren. Und ich bin angekommen. Das Haus liegt ganz anders als ich dachte. Es ist ein richtiges Stadthaus, eigentlich ein Holzreihenhaus.

Von einem Nachbarn habe ich mir erklären lassen, wo der nächste Supermarkt ist. Hab ihn auch gefunden. Hier ist Maskenpflicht und ja, es ist alles verdammt teuer. Ich war ehrlich gesagt ein bisschen überfordert. Sowas macht allein dann doch nicht so viel Spaß. Aber ich hab es geschafft. Irgendwas zu essen ist jetzt da und vielleicht schaffe ich es ja mal etwas weniger zu essen.

Dann habe ich den ersten Spaziergang gemacht. Strahlender Sonnenschein. Fotowolken und es ist wirklich hübsch hier.

9. April

Ich habe ein Radio gefunden und höre Musik und immer wieder diese verrückte Sprache. Es erinnert mich an unsere Dreharbeiten in Nordfinnland. Es ist damals ein wirklich schöner Film geworden. Mal schauen, wann wir noch einmal einen solchen Film machen dürfen, wann uns Corona reisen lässt.

Das Radio hilft mir. Ich fühle mich nicht so einsam und irgendwie ein ganz kleines bisschen angekommener. Aber trotzdem nicht so einfach, vor allem, da es regnet und kalt ist. Bin ja auch in Quarantäne und darf gar nicht raus. Montag werde ich versuchen irgendwo einen aktuellen Test zu machen und dann darf ich offiziell auch wieder unter Menschen.

Gestern Abend bin ich aber nochmal los. Irgendwie sagte mir mein Gefühl das schöne Wetter könnte ja eine Eintagsfliege sein (haha, bei der verbleibenden Zeit bestimmt nicht), aber ich wollte raus und bin zum Sonnenuntergang auf die Insel Ramsholmen gelaufen. Hab vergessen den Schrittzähler anzumachen, aber ich denke, es waren so 2 Kilometer insgesamt. Das Wasser ist vom Haus keine 200 Meter entfernt. Von dort aus nach links kommt man zu dieser Insel. Ich kam an einem Platz vorbei, auf dem vermutlich der ganze Schnee der Stadt im Winter gelagert wurde. Obwohl es ja nicht mehr sehr kalt war (ich denke gestern so 4 Grad) waren dort noch riesige Berge mit schmutzigem Schnee zu sehen.

Bin gespannt ob es die noch gibt, wenn ich wieder abreise.

Die Insel ist komplett mit Wald bewachsen. Es gibt einen Hauptweg mit Laternen. Ich hatte zwar etwas Bedenken, wenn ich den Sonnenuntergang fotografieren will, ob ich dann rechtzeitig wieder zurück komme, bevor es dunkel wird, aber die Laternen gaben mir irgendwie Sicherheit. Finnland ist aus Gestein, habe ich in einem Reiseführer gelesen. Und die glatten Steine sind auch der einzige Unterscheid, den man in der Landschaft entdecken kann. Sonst hätte ich auch im Tegeler Forst unterwegs sein können. Nur, dass ich es dort nie allein mache. Etwas, was ich unbedingt ändern will. Alte Frauen (bin ich ja fast) dürfen und können wirklich allein spazieren gehen. Auf meinen Reisen mache ich das schon immer. Zu Hause nie. Merkwürdig. Aber hier habe ich ja auch nichts zu tun. Dieser Gedanke macht mich ganz irre. Ich hatte mich wirklich auf eine Auszeit gefreut. Kein Haushalt, keine Aufträge, kein Gedanken an die berufliche Zukunft, die gerade so unsicher ist, soweit wie möglich nicht an Corona denken. Ich hatte mir vorgestellt, ich würde die erste Woche nur schlafen. Und jetzt macht mich diese freie Zeit erstmal total unsicher. Aber das wird schon. Mir selbst zu begegnen kann ja auch nicht so falsch sein. Mal schauen, wie gut ich mich aushalte.

Der Sonnenuntergang war wunderschön. Ab und zu sind mir Sportler und Spaziergänger begegnet. Übrigens auch oft allein.

Auf der Insel muss es mal ein ganz großes Restaurant gegeben haben. Vielleicht sogar mit einer riesigen Tanzhalle. Jedenfalls habe ich mir das so ausgedacht. Vielleicht war es auch was ganz anderes. Weit hinter den Bäumen gab es auch drei oder vier Wohnhäuser, mit Briefkästen am Weg. Da habe ich mich aber nicht hin getraut.

Zurück in meinem kleinen Reich, habe ich ein Abendbrot gemacht und bin dann bald ins Bett. Ich habe noch das schöne Buch, welches mir B. geborgt hat („Die sieben Schwester“ von Lucinda Riley) weitergelesen und hätte nun auch Lust Brasilien kennenzulernen. Aber nun bin ich ja erstmal dabei die Finnen und Finnland zu erobern. Bin gespannt, ob es mir gelingt.

10. April

Mit diesem Wetter habe ich irgendwie nicht gerechnet. Dumm, denn es ist ganz normales Aprilwetter. Ich hatte nur gedacht, ich finde immer mal eine Lücke zum Rausgehen, zum Angewöhnen, zum Ankommen. Gestern war das nur am ganz späten Nachmittag möglich. Ich war ca. eine halbe Stunde draußen und habe mich durchpusten lassen. Das hat gut getan. Ich war am alten Leuchtturm, der heute mitten in der Stadt steht und früher mal am Wasser. In einem Reiseführer stand, dass Finnland noch heute den Druck, den das Eiszeit-Eis ausgeübt hat, wieder ausgleicht und jedes Jahr mehr aufsteigt sozusagen, daher solche Veränderungen. Dann bin ich noch durch die Altstadt gelaufen. Es soll sich um die älteste Fußgängerzone Finnlands handeln. So kurz vor Ladenschluss war es echt leer. Aber ich glaube auch sonst ist es hier zur Zeit sehr ausgestorben. Einerseits, da noch kein Frühling ist, aber sicher auch wegen der Pandemie.

Heute regnet und schneit es im Wechsel. Ich war nochmal kurz im Supermarkt. Da dort auch gleich eine Apotheke ist, habe ich versucht in Englisch rauszubekommen, wo ich meinen nächsten PCR-Test machen kann. Sie wollten mir so gern helfen, aber kamen mit dem Internetauftritt auch nicht ganz klar.

Ich habe es jetzt zu Hause nochmal in Ruhe probiert und einen Termin für morgen in einem offiziellen Test-Zentrum gebucht. Das Schwierigste war rauszubekommen, welcher angegebene Ort am nächsten liegt. Ich habe jetzt einen Ort gewählt, der zwar sogar ein ganz kleines bisschen weiter entfernt ist, aber ich denke, die Fahrstrecke dorthin könnte ganz spannend sein.

Na ich bin ja gespannt, ob das an einem Sonntag so alles klappt.

So, jetzt hat sich das Wetter ein bisschen beruhigt und ich war nochmal zwei Stunden in der Natur. Von hier bis zum Wald sind es vielleicht 400 Meter und dann geht es direkt auf die Insel Ramsholmen. Dieses Mal bin ich weiter gegangen als vorgestern, musste ja keine Angst vor einbrechender Dunkelheit haben. Es ist ein Urwald mit Moos und Farn. Der Frühling klopft eigentlich schon an. Man spürt und hört es. Die Vögel singen und unter dem alten Laub wartet das frische Grün.

Auch wenn die Finnen so schüchtern sein sollen, wenn ich sie anlächle bekomme ich von fast jedem ein „Hej“ und dann habe ich mich sogar getraut nach dem großen Haus zu fragen. Ja, es war mal eine Festhalle. Ich kann mir ein Mittsommernachtsfest so gut vorstellen, ich höre fast das Lachen und die Musik. Vielleicht wird es irgendwann mal wiederbelebt, sagte die eine Frau.

Als ich direkt ans Wasser kam, hat der Wind mich fast von den Felsen geweht (nicht hoch Mama, keine Angst). Mit dem Handy filmen hat nicht gut funktioniert, der Wind war so stark, dass die Aufnahmen wirklich wackeln.

Nach knapp zwei Stunden musste ich zurück. Mein Rücken macht jetzt immer mal Ärger. Das ist neu für mich. Es nervt und ich weiß nicht, warum er so weh tut. Bin doch noch gar nicht alt. Übrigens der Titel meiner Website hat bei einigen Freundinnen schon Protest hervorgerufen. „Abenteuer auch im Alter“ gefällt ihnen nicht. Dabei ist es doch ein Blick in die Zukunft. Jünger werde ich nicht mehr, aber alt hoffentlich schon.

Ich hatte mich gewundert, dass es hier mehrere große Schulen und auch ein nicht sehr kleinen Krankenhausbereich gibt. Mir kam die Stadt so klein und überschaubar vor. Dabei sollen hier fast 15.000 Menschen leben. Kann ich mir nicht vorstellen. Da muss ich wohl noch einige Erkundungen machen.

11. April

„Keine Aufträge“

Es ist Sonntag, aber für mich ja hier irgendwie jeden Tag. Was für ein großes Glück, dachte ich vorher. Jetzt versteht mein Gehirn überhaupt nicht, dass es nichts zu tun hat.

Das erinnert mich an meine Zeit in Paris. Viele Jahre ist es her, da wurde ich zu einem Studienaufenthalt nach Paris eingeladen. Nur hatte die audio-visuelle Schule gerade Ferien. Das war irgendwie niemandem von der französischen Botschaft aufgefallen. Nur sehr wenige Studenten waren vor Ort. Alle anderen waren in ihre Heimatländer gefahren. Außerdem stellte der Direktor fest, dass ich ja schon fertig ausgebildet sei und er gar nicht wisse, was ich hier lernen wolle. So fragte er mich, worauf ich Lust hätte. Das zu machen, was sonst meine Kollegen machen, also Kamera und Schnitt, kam mir in den Sinn. Er fand die Idee klasse. Erklärte mir die Kamera und ich durfte los. Erstmal war ich mindestens drei Wochen lang ohne Kamera in Paris unterwegs. Immer mit dem Gefühl auf der Suche nach einem passenden Thema zu sein. Das war ein gutes Gefühl. Ich hatte eine Aufgabe. Damit geht es mir im Leben immer besser. Wenn man mir einen Aufgabe stellt, einen Auftrag erteilt, ist alles gut.

Und genau das will ich ja eigentlich hier lernen. Etwas für mich allein finden, was ich machen möchte.

Übrigens wie weit ich damals in Paris meiner Zeit voraus war mit dem ganzen „alles selber machen“ als Journalist, ist in den letzten zwei Jahren deutlich geworden. Meine Kollegen und Kolleginnen wissen wovon ich spreche. Es sind übrigens zeimlich experimentelle Sachen damals entstanden und ich habe in den drei Monaten in Paris wirklich viel gelernt. Auch und besonders über mich selbst.

„Irgendwo neu sein“

Noch ein paar Gedanken zum „Woanders sein“. Es ist merkwürdig, wie sehr man an sein eigenes Zuhause gewöhnt ist. Hier benutze ich alles erstmal mit ganz großer Vorsicht. Das beginnt mit den Türschlössern, die hier anders funktionieren. Jedesmal habe ich Angst der Schlüssel zu vergessen, denn wenn man die Haustür von außern schließt ist sie schon verriegelt, also abgeschlossen.

Ich suche ständig Dinge. Ich weiß ja nicht, ob ich sie nicht finde, oder ob es sie gar nicht gibt. Dabei ist hier alles unglaublich liebevoll und modern eingerichtet. Das merwürdigste sind fehelnde Gläser. Ein Zeichen dafür keinen Wein zu trinken? Der ist eh viel zu teuer. Aber Wasser aus einem Glas fände ich schon super. Nicht gewöhnen kann ich mich an das  Waschbecken im kleinen Bad. Es ist über einer Waschmaschine installiert. Vom Platz her eine super Idee, aber wenn man so klein ist wie ich, sehr gewöhnungbedürftig.

Gestern Abend war vor dem Haus plötzlich ein riesiger Hase. Ich bin ja gar nicht so sehr in der Natur, wie ich ursprünglich mal dachte. Es ist eher ein Hinterhof als ein Garten, daher hat er mich schon sehr überrascht. Und ich ihn wohl auch. Fotobeweis folgt.

Jetzt muss ich los zu meinem großen Sonntagsausflug. Dass ein Testtermin ein großes Ereignis sein kann, hätte ich auch nicht gedacht.

Ab jetzt bitte unter Blog weiterlesen. Ich glaube ich hab das bisher falsch gemacht.

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